Bryce Canyon-Nationalpark und Zion Nationalpark im Staate Utah ?>

Bryce Canyon-Nationalpark und Zion Nationalpark im Staate Utah

Im  Staate Utah liegt der Bryce Canyon-Nationalpark,  eine Wunderlandschaft aus  spitzen, rötlich gefärbten Felstürmen.  Wind, Wasser und Eis haben die bizarre Landschaft des Canyon geformt:   tausende von Felsspitzen (so genannte Hoodoos) ragen steil in die Höhe und bilden ein malerisches Labyrinth, dessen rötliche Farben je nach Tageszeit unterschiedliche Schattierungen aufweisen. Besucher können auf verschiedenen Wanderwegen das Canyon erforschen. Der Bezeichnung Canyon ist eigentlich nicht korrekt, denn ein Canyon entsteht durch einen Flusslauf, die Felslandschaft des Bryce Canyon wurde jedoch durch Wind, Wasser und Eis erodiert.

Im heutigen Staat  Utah erstreckt sich auch das Gebiet, in welchem die Glaubensgemeinschaft der Mormonen erstmals eine eigene Stadt gründeten –  Salt Lake City.  Begründer der Glaubensgemeinschaft war Joseph Smith (1805-1844). Bereits in jungen Jahren hatte er Visionen, in welchen ihm Gott und Christus erschienen sein sollen und ihm angeblich befohlen haben, eine neue Kirche zu gründen.  Mit etwa 25 Jahren gründete er die Kirche der  „Heiligen der Letzten Tage“, deren Glaubensinhalte er hauptsächlich dem Alten Testament entnahm. Smith glaubte, dass seine Anhänger Nachfahren der Verschollenen Stämme Israels seien, und orientiert seine Glaubensgrundsätze  an den Lehren der Alten Israeliten.  Das christliche  Kreuz  als Symbol lehnte er ab. Von den Alten Israeliten übernahm er den Begriff „Zion“ als das Land, wo nur die Gesetze der Mormonen gelten sollten. Da die Mormonen in der damaligen amerikanischen Gesellschaft  äusserst unbeliebt waren,   wollten sie  einen eigenen Staat gründen, wo sie ungehindert nach ihren Glaubensgrundsätzen leben und  auch die Mehrfachehe, die Smith propagierte, betreiben konnten. Die Gründung eines eigenen Staates wurde  ihnen von der Bundesregierung jedoch nicht erlaubt. Sie wurden als Ketzer betrachtet, was eigentlich nicht korrekt ist, da sie ihre Glaubensgrundsätze nicht aus dem christlichen Glauben schöpfen, sondern aus dem Alten Testament.  Danach rechtfertigte Smith auch die Polygamie. Er und seine Anhänger gerieten zunehmend in politische Konflikte, und Smith wurde anlässlich der Zerstörung einer Druckerpresse in ein Gefängnis in Carthage in Illinois eingeliefert. Dort wurde  er während einer Auseinandersetzung zwischen Mormonen-Anhängern und Mormonen-Gegnern erschossen. Unter den Nachfolgern von Joseph Smith wurde die Gemeinde neu organisiert.  Es bildeten sich verschiedene Glaubensgruppierungen, und ein Teil davon zog nach Westen in Richtung Kalifornien. Am Grossen Salzsee, damals noch mexikanisches Hoheitsgebiet, gründeten die Auswanderer die Stadt Salt Lake City. Utah konnte  aber erst amerikanischer Bundesstaat werden, nachdem die Mormonen die Polygamie abgeschafft hatten (1890).

Ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Mormonen ist ein Massaker, das sie an einer Gruppe von Auswanderern verübten. Diese Auswanderer  waren mit ihren Planwagen auf dem Weg nach  Kalifornien und waren in der Nähe von Mountain Meadows auf Mormonen getroffen. Sie baten diese um Hilfe, und die Mormonen versprachen ihnen Unterstützung, allerdings verlangten sie, dass die Auswanderer zuerst ihr Waffen abgeben sollten.  Kaum hatten die Auswanderer ihre Waffen abgegeben, wurden sie von den Mormonen angegriffen und niedergemetzelt.  Das Massaker ging unter dem Namen Mountain-Meadows-Massaker in die Geschichte ein. Die Mormonen versuchten lange, dieses Ereignis zu vertuschen, und erst in neuerer Zeit begann man, dieses finstere Kapitel in der Mormonengeschichte aufzuarbeiten.

An der Westgrenze  zu Arizona liegt der Zion Nationalpark, dessen Name die Mormonen aus dem Hebräischen übernahmen  – das „Gelobte Land“, in welchem sie ungehindert und ohne staatliche Einmischung nach den Vorstellungen ihrer Kirche leben konnten. Der Canyon wurde vom Virgin River geschaffen. Auch diese Landschaft ist reich an zerklüfteten Felsmassiven und engen Schluchten.   Eine  besonders interessante Erhebung  ist ein Tafelberg aus Navajo-Sandstein, der schachbrettartig von senkrechten und waagrechten Furchen durchzogen ist und deshalb Checkerbord (Schachbrett) Mesa genannt wurde.