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Istanbul entdecken – Sehenswürdigkeiten – ein Stadtspaziergang

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Nahe bei der Schehzade-Moschee führt ein Abschnitt des Valens-Aquaedukts vorbei: Kaiser Valens, der von 364-378 regierte, liess das von Kaiser Konstantin d. Gr. begonnene Wasserversorgungssystem in Konstantinopel grosszügig ausbauen. Im Jahre 375 liess er das Tal zwischen dem 4. und 5. Stadthügel mit einer zweigeschossigen Wasserleitung überspannen, die mit Wasser aus dem 30 km entfernten Belgrader Wald gespeist wurde und das zum zentralen Verteilerort  Beyazit-Platz geleitet wurde. Heute führt unter den ehemaligen Wasserleitungen eine grosszügig angelegte Autostrasse hindurch.

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Der berühmteste Architekt des osmanischen Reiches, der grosse Sinan, baute nicht nur Moscheen, sondern auch profane Gebäude wie Badehäuser, Brücken, Schulen etc. Nahe beim alten Basar, am Forum Constantini  befindet sich ein solcher Hamam. Das Bad ist sieben Tage in der Woche von morgens bis abends geöffnet, mit getrennten Abteilungen für Männer und Frauen.  

Auf dem Platz Forum Constantini liess Kaiser Konstantin d. Gr. im Jahre 330, anlässlich der Erhebung von Byzanz zur Hauptstadt des Römischen Reiches, eine gewaltige Säule aus ägyptischem Porphyr errichten. Als die Säule mit Metallringen umgürtet werden musste, erhielt sie den Namen Cemberlitas – Umgürtete Säule. Ehemals stand auf der Spitze der Säule eine vergoldete Kolossalstatue Konstantins, die aber irgendwann abhanden gekommen ist. Zahlreiche Legenden ranken sich um die Säule: im Sockel sollen Teile des Kreuzes Christi eingemauert sein, ein Salbgefäss der Maria Magdalena … 

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Über 52 Stufen führt eine Treppe hinunter in die Istanbuler Unterwelt zum grössten historischen Wasserspeicher von Istanbul, zur Yerebatan Zisterne. Das riesige Kreuzgratgewölbe wurde unter Kaiser Konstantin konstruiert und unter Kaiser Justinian erweitert. Die Zisterne fasste ehemals 80 000 m3 Wasser und diente der Wasserversorgung des kaiserlichen Palastes. 336 Säulen, teilweise Spolien,  stützen das Gewölbe. Die Zisterne ist malerisch beleuchtet, und die Besucher werden während ihres Rundgangs von klassischer Musik berieselt.  Ein beliebtes Fotomotiv  sind die beiden auf dem Kopf stehenden Medusenhäupter, die zwei zu kurz geratene Säulen stützen.

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Der Galata-Turm war Teil der Verteidigungsmauer, die  Genueser Kaufleute im 14. Jahrhundert zum Schutz  ihrer Handelsniederlassungen in Istanbul hatten errichtet lassen. Er ist heute eines der Wahrzeichen von Istanbul. Von der Plattform des Turms aus hat man einen grossartigen Blich auf den Bosporus, auf das gegenüber liegende Ufer sowie auf die Galata-Brücke – 360° Grad Istanbul in der Abendsonne sind in der Tat ein überwältigender Anblick. 

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Die Eyüp-Moschee ist eine beliebte Moschee für religiöse Familienfeste wie Hochzeit und Beschneidungen. Eyüp al-Ansari war Bannerträger des Propheten gewesen und soll hier am Platz der Moschee bei der ersten Belagerung Istanbuls gefallen sein. Er wird als Märtyrer verehrt, sein Grab in der Moschee gilt als heiliger Ort, und viele Gläubige beten an Fest- und Feiertagen an seinem Sarkophag. Hier wird gerne das Fest der Beschneidung gefeiert, ein religiöses Ritual, dem sich jeder türkische Junge zwischen sechs und sieben Jahren unterziehen muss. Der Platz vor der Moschee ist an dann von zahlreichen Familien bevölkert und mitten drin befinden sich die Beschneidungskandidaten, unschwer an ihrem malerischen und prunkvollen Outfit zu erkennen: wie kleine Sultane sind sie herausgeputzt – sie sonnen sich im Glanz diese  Tages.

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Nahe bei der Ordu Caddesi, einer grossen Verkehrsstrassen in Istanbul, befindet sich die Beyazit-Külliye, zu der  ehemals eine Medrese, eine Armenküche, ein Bad und weitere Gebäude gehörten. Die Beyazit-Moschee ist die älteste erhalten Sultansmoschee. Der ausgedehnte Komplex wurde von Yakub Schah im Auftrag von  Sultan Beyazit II. in den Jahren 1501-1506 erbaut. Einzelne Gebäude sind allerdings dem Strassenbau zum Opfer gefallen. Die Moschee hat einen T-förmigen Grundriss und ist ein Zentralkuppelbau mit zwei Seitenschiffen, die ebenfalls überkuppelt sind. Die Säulen des Arkadenumgangs im Hof stammen alle vom Forum Tauri, dem Ort, wo Kaiser Theodosius I. seinen Triumphbogen  und seine Ehrensäule  nach dem Vorbild der Trajan-Säule in Rom,  hatte errichten lassen. Die Kapitelle der Säulen sind jedoch als Stalaktitenkapitelle gearbeitet. In der Mitte des Hofes steht der überkuppelte Reinigungsbrunnen. Vor der Nordseite der Moschee liegt ein riesiger Platz, von wo aus man zum Eingang des Sahaflar Carasisi, einem Buchmarkt, gelangt. Hinter der Moschee befindet sich ein Friedhof mit der Türbe Beyazits II. und derjenigen seiner Tochter Selçuk Hatun Sultan.