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Das Hippodrom in Istanbul

Im Zuge seiner Eroberungen hatte Kaiser Septimius Severus  im Jahre 196  Byzanz vollkommen zerstört, liess aber auf Bitten seines Sohnes ab 203 die Stadt wieder aufbauen und liess  auch, nach dem Vorbild des Circus Maximus in Rom, ein gewaltiges Hippodrom anlegen, das Austragungsort für Wagenrennen und Versammlungen war, aber auch der Ort, wo das Volk seine Gunst und Missgunst zum Ausdruck brachte. Unter Kaiser Justinian wurde die Anlage weiter ausgebaut, verfiel aber im Laufe der Jahrhunderte.

Erhalten blieben allerdings drei „Import-Objekte“: bereits Kaiser Theodosius I. hatte einen Obelisken Thutmosis’ III. hierher schaffen lassen, der einst vor dem Amun-Tempel in Karnak gestanden hatte. Interessant sind die Inschriften und Darstellungen auf dem Marmorsockel, welche Theodosius darauf anbringen liess: sie zeigen die Kaiserfamilie und Würdenträger des Reiches, aber auch „Barbaren“, die an ihren langen Haaren zu erkennen sind. Dargestellt ist auch die Aufstellung des Obelisken, wofür man laut Inschrift 32 Tage benötigte. Ebenfalls hierher geschafft wurde ein gemauerter Obelisk, dessen unverkleideter Kern noch vorhanden ist. Ehemals war der Obelisk mit vergoldeten Bronzeplatten verkleidet, die jedoch 1204 von Barbaren abgerissen und eingeschmolzen wurden. Die Löcher der Befestigungsbolzen sind noch sichtbar. Der dritte Import  ist die so genannte Schlangensäule: der kümmerlich Rest eines nach Delphi gestifteten Weihegeschenks griechischer Städte anlässlich des Sieges der Griechen über die Perser im Jahre 479 v. Chr. Die Säule war während der Regierungszeit von Kaiser  Konstantin d. Gr. nach Byzanz gebracht worden. 

Heute ist das Hippodrom eine gepflegte Grünanlage und lädt zum Flanieren ein.  Längs der ehemaligen Spina führt der Weg vom Ayasofia Maydani zur Sultan Ahmet-Moschee. Am Nordende der Spina steht der Deutsche Brunnen, ein Geschenk, das Kaiser Wilhelm II. der Stadt anlässlich seines Staatsbesuches im Jahre 1898 machte – ein im osmanischen Stil des 15. Jahrhunderts erbauter Pavillon.